Therapeutisches Yoga

Vor einiger Zeit habe ich dieses Video bei You Tube entdeckt und finde es sehr beeindruckend:

 

Einmal hatte ich mich aus Versehen in eine therapeutische Yoga Klasse verirrt. Die Stunde nannte sich Yoga unter gesundheitlichen Aspekten (oder so ähnlich) und ich hatte eine Gruppenstunde erwarte. Doch als der Unterricht losging, sah ich, das jeder Anwesende ganz bestimmte Asanas zum Üben bekam und einige mit ernsthaften körperlichen Problemen in dieser Stunde waren. Ich wollte schon wieder gehen.
Ich hatte zwar eine Schulterverletzung, diese war aber schon fast wiederhergestellt.
Hier war ich jetzt in dieser therapeutischen Iyengar Yoga Klasse. Ich beschrieb dem Lehrer mein „kleines“ Problem und sagte, das ich auch wieder gehen, zu einer anderen Stunde wieder kommen könnte. Er lachte und sagte, die Türe ist jetzt verschlossen und ich müsse hier bleiben. Ich bekam nun auch meine Asanas und Übungen. Manchmal unterstützen er und zwei Assistenten mich bei den Übungen.

Nach 4 tollen und hilfreichen Yogastunden war meine Bewegungsfähigkeit zu fast 100% wieder hergestellt. Nun gab es keinen Grund mehr für diese therapeutischen Stunden, die ich sehr gemocht habe und in denen ich ganz tolle Unterstützung bekommen habe.

Zu Weihnachten habe ich mir DVDs gewünscht (Reflection 2010: Iyengar Yoga Therapy DVD set) und sie sind noch auf der Reise von den USA.

 

Yoga am Morgen

Manchmal lege ich morgens nach dem Aufstehen gleich wieder hin. Zwei Rollen überkreuzt, um den Brustkorb zu öffnen.

Heute morgen sind viele Gedanken in meinem Kopf. Ich verändere 2 mal die Position der unteren Rolle und spüre wie sich die Unterstützung des Beckens verändert und somit auch die Öffnung des Brustkorbs.

Bei der Vorbeuge in Sukhasana spüre ich mein Illiosakralgelenk. Es ist noch nicht o.k. Ich zögere noch den Chiropraktiker anzurufen, der mich vor 2 Wochen eingerenkt hat und meinte, es sei alles gut.

Halasana ist eine der schwierigsten Übungen für mich. Selbst wenn ich gut aufgewärmt bin. Und das bin ich morgens nach dem Aufstehen und den wenigen Asanas die ich vor Halasana übe auf keinen Fall.

Ich bin geneigt, Halasana aus meiner Morgensequenz zu streichen. Auf der anderen Seite finde ich es spannend zu sehen, ob da eine Entwicklung, eine Bereitschaft meines Körpers entsteht, sich darauf einzulassen.

So sieht die Morgensequenz aus, die eine Vorbereitung für mein Pranayama ist:

  • Setu Bandha Sarvangasana – Variante zwei Polster gekreuzt, unteres Polster stützt das Kreuzbein
  • Sukhasana Vorbeuge – Kopf gestützt
  • Adho Mukha Svanasana (Hund) – Kopf gestützt
  • Uttanasana oder Ardha Uttanasana (Vorbeuge im Stand)
  • Shirshasana (Kopfstand)
  • Salamba Sarvangasana (Schulterstand) Variation mit Stuhl

  • Halasana (Pflug), Beine über Stuhl

Alle meine Lehrer sagen, es sollte eine Pause zwischen der Asanapraxis und dem Pranayama Üben sein. Im Moment ignoriere ich diesen Hinweis und meist auch einige andere Hinweise, wie zum Beispiel den Hinweis von Geeta Iyengar: Eine Stunde nach der Übung von Pranayama kannst Du Essen.

Im Anschluss an meine Asana Sequenz übe ich heute morgen noch Pranayama im Liegen. Ich übe Ujjayi Pranayama (so wie ich es von einem workshop kenne) und Viloma Pranayama (siehe link Stage I: http://www.lifepositive.com/body/yoga/viloma-pranayama.asp).

Hier einer meiner Lieblingsvariationen von Salamba Sarvangasana, so wie ich es morgens übe:

Gurt zu kurz für den Hund ….

…. der mit dem Gesicht nach unten schaut (und an der Türe hängt)

Als ich das Video bei You Tube entdecke möchte ich diese Variation von Adho Mukha Svanasana sofort ausprobieren und muß feststellen, das auf meinem Weihnachtswunschzettel etwas gefehlt hat – ein extra langer Gurt.

Interessanterweise kam heute ein mail von yogamatters mit einem sehr guten Angebot – die klassischen Yoga Gurte (3m) zum halben Preis. Ich habe mir gleich einige Gurte (auch für mein Yogakurs) bestellt.

Eine kleine Atemübung

„Genau wie Löwen, Elefanten und Tiger nach und nach gezähmt werden, so soll auch die Atmung langsam und stufenweise kontrolliert werden. Sonst zerstört sie den Übenden.“

„Hathayoga-Pradipika“

Bild von Tambako the Jaguar

Mehr Fotos von diesem Fotografen auf  http://www.flickr.com/photos/tambako/

Es gibt einige kleine Übungen, mit denen man sich Pranayama (Atemübungen) annähern kann. Hier ist so eine schöne kleine Übung:

Atme einige Male ein und aus. Schaue ob Du am Ende des Ausatems eine kleine Pause entdecken kannst. Beobachte wie dein Einatem kommt.

Am Ende der Ausatmung halte dann ein Moment inne. Mache einen kleine Pause bevor du den Einatem kommen läßt.

Dann lasse los und schaue zu wie der Einatem ganz von alleine kommt. Du mußt nichts tun.

Wiederhole das Setzen der Pause einige Male, bis Du dann wieder den Atem kommen und gehen lässt, so wie er gerade in diesem Moment mag.

Wichtig: Wenn Du bei Atemübungen Anspannung spürst, mache noch weniger oder lasse die Übung erst einmal sein. Wie schon in einem anderen Artikel erwähnt, arbeitest Du in der Pranayama Praxis mit sehr feinen Strukturen, mit deinen Lungen, deinem Herz und deinem Nervensystem.

Hier noch ein anderer Tip:

http://www.vancouveryoga.com/pranayama_mp3.htm

Der click auf audio führt leider ins Leere. Auf dieser Seite ist nur eine Beschreibung zu Pranayama zu finden.

Ich übe sehr gerne mit diesem podcast. Ich mag die Stimme und die Hintergrundmusik. Allerdings mache ich nicht diese Handwechsel, die in dem podcast angesagt werden.

Der podcast selbst ist leider nur über itunes (Pranayama) abrufbar: http://itunes.apple.com/de/podcast/blissology-with-eoin-finn/id261954355

Buchtip: Iyengar Yoga for Motherhood / Video Schwangerschaft

„Iyengar Yoga for Motherhood“ von Geeta S. Iyengar, Rita Keller, Kerstin Khattab ist ein Yogabuch, das ich sehr inspirierend finde. Nicht nur was das Üben für Frauen in der Mutterschaft betrifft. Es macht mir Spaß durch das Buch zu blättern, mir die Bilder mit verschiedenen Variationen der Asanas und den Einsatz von Hilfsmitteln anzuschauen.

Die Beschreibungen sind zwar in englisch, aber die Bilder zeigen und sagen schon soviel, das dies nicht wirklich schlimm für jemand ist, der nicht so gut englisch kann.

Die Detailanweisung finde ich sehr gelungen und es ist leicht nachvollziehbar, wie die Achtsamkeit auf einige Details Raum im Körper schafft.

Bei You Tube habe ich ein Video zum Thema Schwangerschaft entdeckt, das mir auch sehr gut gefällt:

Wenn die Ausrichtung stimmt ……

.. kommt Leichtigkeit in die Haltung. Dabei hilft mir die Detailarbeit in den Asanas.

Bewege deine Schulterblätter in Richtung deiner Hände. Es ist in Adho Mukha Svanasana. Einige Wochen später, ich bin wieder in Adho Mukha Svanasana, eine anderer Lehrer und eine andere Anweisung. Bewege deine Schulterblätter in Richtung Becken, weg von den Ohren.

Was ist nun richtig?

Ein Lehrer den ich fragte, sagte: es ist eine Frage, Anfänger oder Fortgeschrittene und demonstrierte verschiedene Möglichkeiten, wie ich die Schulterblätter in Adho Mukha Svanasana bewegen kann.

Mir gefällt das, was Kira Ryder in einem ihrem Videos sagt und das ich für mich so übersetze: Es besteht die Gefahr, das wir die Details so nehmen, als wären sie die „Wahrheit“. Mit bestimmten Details zu Üben ist einfach nur eine Technik unsere Aufmerksamkeit zu richten und etwas besser zu verstehen. Details kommen in Mode und sind dann auch wieder out. Manche Details mögen nicht bei Dir funktionieren, dir nicht weiterhelfen, aber die Auseinandersetzung damit kann sehr wertvoll sein.

Eine schöne Sequenz (in englischer Sprache) um etwas mehr Leichtigkeit in Haltungen wie Kopfstand, Handstand, Unterarmstand ….. zu bekommen. Hier die ersten drei Teile:

Erster Teil: Impressing the Heart

Zweiter Teil: Rotation and a Bigger Bust

Dritter Teil: Even Cowgirls Get the Blues (aka Hitchhiking Dolphin)



Lernen und Intention

In meinem Herbsturlaub nehme ich mir Zeit, einige der Sachen zu lesen, die ich mir aus dem Internet abgespeichert habe. Zu schnell verliere ich mich Online in der Vielfalt und in der Informationsfülle.

Ein Thema, das mich schon lange Zeit beschäftigt, ist Lernen. Zum einen gibt es das Zitat von Franz Wurm, das ich schon seit Jahren nicht aus den Augen verloren habe :

Lernen genügt sich selbst. Es ist ein Prozeß, wie leben.
Wohin, wozu es führt, stellt sich von selbst heraus, ist während des Prozesses nicht abzusehen. Franz Wurm

Andere Aspekte des Lernens zeigt der Artikel - Iyengar-Yoga, ein Adhyatmik Sastra von Prashant Iyengar – auf. Er schreibt, welche Rolle die Intention beim Yoga Üben spielt. Wenn wir Trikonasana üben, um den Tonus in den Beinmuskeln, um die Fuß-, Knie- und Hüftgelenke zu verbessern, dann werden da nur starke Beine herauskommen.

Wohin kann uns das Üben von Asana und Pranayama führen ?

Hilfsmittel

Hilfsmittel können dem Übenden eine Kostprobe davon geben, was es heißt sich in einer Stellung wohl zu fühlen, die Stellung zu genießen.

Es kann “passiv” geübt werden. Dies ist regenerierend und beruhigt den Geist.

In der Regel ist eine ausgewogene Kombination von aktiver und passiver Praxis wichtig.

Hilfsmittel können aufzeigen, wie sich eine richtig vollzogene Stellung anfühlt. Es ist dann eine Vorbereitung, ein Schritt auf dem Weg, das der Übende die Haltung auch dann korrekt einnehmen kann, wenn es keine Hilfsmittel mehr gibt.

Sehr wertvoll ist der Einsatz von Hilfsmittel für Menschen, die eine bestimmte Haltung einnehmen möchten, aber aufgrund von Gleichgewichtsproblemen, Ängsten oder anderer Behinderungen dies nicht so ohne weiteres können.

Ich setze gerne Hilfmittel ein, wobei es auch gerne Gegenstände des Alltags sein dürfen, wie Bücher, Küchenstuhl, Tisch, Wand ……

Ardha Uttanasana mit Fahrrad

Einsatz verschiedener Hilfsmittel im Yoga

Paradoxe Theorie der Veränderung

Auf einer Seite zum Thema Achtsamkeit ist mir die „Paradoxe Theorie der Veränderung“ begegnet.

Wir versuchen mit allen Mitteln etwas zu ändern oder zu bekommen. Und erst in dem Moment, in dem wir akzeptieren, das da nichts zu machen ist, geschieht Veränderung oder wir bekommen das Gewünschte.

Das erinnert mich an ein Erlebnis aus meiner Jugendzeit, das für mich eine Art Lektion für diese Paradoxe Theorie der Veränderung ist.

Mit einem Freund zusammen, hatte ich vor nach Italien zu trampen. Bis nach Füssen ging das auch sehr schnell. Zuerst hatten wir einen Porschefahrer der sehr schnell fuhr. Der zweite Fahrer, der uns mitnahm, fuhr ebenfalls schnell. Ich glaube wir hatten ca. 300 km in 2h zurückgelegt. Wir waren begeistert. Es war das erste Mal, das ich trampte.

Nun standen wir aber schon mehr als 2h an der Strasse und alle Autos fuhren vorbei. Es fand sich keine Mitfahrgelegenheit. Wir waren nun frustriert und entschlossen uns, zum nächsten Bahnhof zu gehen. Dort würden wir schauen, wie wir mit dem Zug weiter kommen würden.

Wir machten nur wenig Schritte die Strasse entlang, da kam ein kleines, fast winziges Auto. Das Auto war vollgepackt und hielt. Wir hatten gar nicht mehr unseren Daumen rausgestreckt. „Ich würde euch gerne ein Stück mitnehmen, aber ich glaube nicht, dass der Platz langt.“ Wir sagten, das wir unser Gepäck auf unseren Schoß nehmen und das wir uns ganz klein machen. Irgendwie schafften wir es, uns in dem winzigen Auto unter zu bringen. Beim Berg auf fahren hatten wir manchmal den Eindruck, das kleine Auto schafft es nicht – zuviel Gewicht. In einer langsamen und fast bedächtigen Fahrt kamen wir doch noch per Anhalter nach Italien.

Spannend finde ich auch die paradoxe Intervention:

Die paradoxe Intention (auch paradoxe Intervention) ist eine spezielle Form der therapeutischen Intervention, bei der der Klient aufgefordert wird, sein symptomatisches Verhalten nicht zu bekämpfen, sondern bewusst herbei zu führen und auszuüben.

siehe Wiki: http://de.wikipedia.org/wiki/Paradoxe_Intention

Buchtip: Die Weisheit des Yoga

Ein Buch, das ich zur Zeit lese und das mir sehr gut gefällt:

Die Weisheit des Yoga: Auf der Suche nach einem freien, erfüllten und glücklichen Leben von Stephen Cope

Das Buch bringt dem Leser die Yoga Sutras des Patanjalis näher. Der Autor fragt, ob es sinnvoll ist, sich auf eine Lehre einzulassen, die ursprünglich für Wanderheilige und Mystiker gedacht war? Er bejaht diese Frage und schreibt:

Denn wenn wir Patanjalis Abhandlung auf das Wesentliche reduzieren, merken wir, dass sie im Kern ein paar einfache Lehren enthält: Prinzipien und Techniken, die buchstäblich jeder verstehen und praktizieren kann. Vielfach handelt es sich sogar um Prinzipien und Techniken, die wir anwenden können, während wir die Kinder füttern, die Wäsche waschen.

Das hört sich sehr viel versprechend an. Bisher hatte ich keinen Zugang zu den Sutras und bin jetzt auf seit 86 im 3ten Kapitel „Stille Verzweiflung“ in dem es um Dukha geht und einem geheimen Mantra: Dieser Augenblick müßte anders sein.

In dem 2ten Kapitel “Dem Geist auf die Spur kommen“  beschreibt er seinen Unterricht mit Meditationsanfängern und einem Mann namens Jake, der sich als Versager in dem Meditationskurs fühlt, da sein Geist ständig vom Gegenstand seiner Konzentration abschweift.  Der Autor beruhigt uns  und schreibt: das wir Zeuge unseres inneren Geschwätzes werden und durch Übung das beobachtende Selbst erkennen.

Im 1ten Kapitel wird Samvega erklärt. Samvega ist ein Entwicklungsstadium, in dem wir feststellen, das die Objekte unserer Begierde (Geld, schöne Dinge, Ruhm …..) uns keine wirkliche Befriedung schenken.

Am Anfang des Buches lernen wir Jake kennen,  einen Rechtsanwalt, der einen großen Fehler auf seiner Arbeit macht und dazu meint:  „Merkwürdigerweise schien es mir so, als hätte ich alles beinahe absichtlich herbeigeführt. Irgendwie mußte ich da raus“.  Er „bricht aus“  und seine Freunde halten ihn für klinisch depressiv.  Er dagegen fühlt sich zum ersten Mal in seinem Leben frei.

Ein Buch das sehr gut zu lesen ist und viele interessante Ansichten und Gedanken hat.

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