Bedingungen schaffen

Einer meiner Lehrerinnen sagte:

Ihr könnt es euch nicht holen, aber ihr könnt die Bedingungen schaffen, damit es geschehen kann. Das gleicht dem, wenn ihr eine Pflanze, Blume, Frucht oder etwas anderes haben wollt. Ihr könnt nicht einfach sagen: Wachse!

Auch für den Yogaunterricht finde ich es wichtig, einen offenen Raum zum Lernen zu schaffen.

Zum Thema Yoga Unterrichten gib es einen sehr schönen Artikel von Judith Hanson Lasater: Core Concerns in Teaching Yoga

Patanjali – sauber machen

Beim Durchblättern meiner Unterlagen, bleibe ich heute bei dem YS II,28 hängen :

Die Yogaübung reinigt Körper und Geist von allen Unreinheiten. Dann erstrahlen Intelligenz und Weisheit, die im Einklang mit dem Körper, den Gefühlen, den Gedanken, dem Verstand und dem Bewusstsein stehen.

David Frawley schreibt in seinem Buch, Yoga für jeden Typ:

Negative Erfahrungen wie Furcht und Wut setzen sich im Nervengewebe, in den Knochen, im Unbewussten fest. Asanas können solche aufgestauten Spannungen aus vergangenen Erlebnissen lösen.

Ich glaube auch daran, das sich über die Jahre der “fall out” von emotionalen Erfahrungen und körperlichen Stress in verschiedenen Teilen des Körpers (Schulter, Nacken, Hüftgelenke …….) sammelt und das Yoga hilft, das wieder zu lösen.

Yogaüben und Zen hat für mich viel mit Klarheit zu tun, dem Gegenteil von Trübheit und Verwirrung.

Ähnliche Gedanken finden sich auch in meinem “BewegGrund” wieder.

Pranayama – Die Zeit ist reif.

Wer will denn alles gleich ergründen!
Sobald der Schnee schmilzt, wird sichs finden.

Goethe

Atemübung sind mir in meinem Leben schon oft begegnet. Die Atemtechniken aus Hapkido, die ich lange Zeit sehr gerne geübt habe. Kapalabhati (Reinigungsübung) und Nadi Shodana die ich bei einer Lehrerin aus der Yoga Vidya Tradition kennengelernt habe und heute noch gerne übe.

Die Grundlage meines Yoga Übens liegt in der Tradition des Iyengar Yogas. In meiner Ausbildung zum Yogalehrer habe ich die meisten Pranayama-Übungen „verschlafen“, da viele der Übungen im Liegen ausgeführt wurden.

Etwas vertiefen konnte ich meine Pranayama-Erfahrungen mit dem Schreiben eines Atemtagebuchs, das eine Hausaufgabe war.

Mary Dunn, eine Lehrerin aus der Iyengar Tradition sagt:

Die Schüler sind bereit mit Pranayama zu beginnen, wenn sie sich tief in Savasana entspannen können, mit einem ruhigen und achtsamen Geist.

Weiterhin ist es aus Sicht des Iyengar Yoga wichtig, dass der Körper durch Asanapraxis gut auf Pranayama vorbereitet ist.

In den letzten Wochen und Monaten ist mir immer öfter Pranayama in der Iyengar Tradition begegnet und mein Interesse hier meine Erfahrungen zu sammeln und zu vertiefen ist im Moment sehr stark.

Noch ein Artikel zu dem Thema mit einer sehr netten Einleitung :

Breathing Lessons by Tony Briggs

……… One day she announced to the class, „Today we’re going to do some pranayama.“ Huh? I thought. What’s that? Prana—what?

We did some simple resting poses and then some very basic breath-awareness exercises, followed bySavasana (Corpse Pose) . I wasn’t thrilled. I wanted a workout, to get strong and stretched out. ……….

……….. I was just like the guy in Dr. Seuss’s Green Eggs and Ham. No matter how my teacher presented it, I kept on turning up my nose and saying, „I do not like this pran-a-yam. I do not like it, Sam-I-am.“ ………….

Hier der link zum vollständigen Text: http://www.yogajournal.com/practice/219

Das Geheimnis der Ausrichtung im Yoga

Letztes Jahr habe ich einen Vortrag (in Englisch) von dem Iyengar-Lehrer John Schumacher bei You Tube entdeckt. Gefällt mir sehr gut.

In Teil 3 seines Vortags mit dem Thema „The Secret Treasure of Yogic Alignment“ spricht John Schumacher über Pranayama und Hatha Yoga :

Hatha bedeutet Wille, Kraft. Bei deiner Asanapraxis darfst Du deinen Willen und deine Kraft einsetzen, um dich weiterzuentwickeln, um Widerstände zu überwinden, um deine Stärke zu entwickeln.

Dies darfst Du nicht in deiner Pranayama Praxis. Du arbeitest hier mit sehr feinen Strukturen. Du arbeitest hier mit deinen Lungen, deinem Herz und deinem Nervensystem.

Weitere Punkte in dem Vortrag sind unter anderem :

  • Warum es Sinn machen kann, die ersten Male Pranayama im Liegen und mit Hilfsmittel zu üben
  • Warum Asanapraxis Vorraussetzung und Vorbereitung für Pranayama ist
  • Welche Bedeutung Alignment für Pranayama hat
  • Warum es im Yoga nicht hauptsächlich um Technik und Alignment geht
  • Technik und Alignment sind eine Weg tief in dein Inneres, wo Du diese Art von Technik und Alignment wieder loslassen kannst.

Reinigungsübungen

Nach dem Aufstehen übe ich zur Zeit oft eine kleine Bewegungssequenz um meinen Körper auf zu wecken. Danach übe ich Agni Sara und Kapalabhati, zwei Reinigungsübungen.

Nach Nadhi Sodhana noch 2 Runden Sonnengruß und Savasana – das ist oft ein schöner Einstieg in den Tag für mich.

Hier gibt es zwei Filme von Yoga Vidya die mich manchmal bei meinen Übungen begleiten :

Uddhiyana Bandha und Agni Sara

Pranayama – Yoga Atemübungen Kapalabhati und Wechselatmung

http://www.youtube.com/watch?v=dBrQyAeDU1M

Ein BewegGrund

Wer auf dem Wege fortschreiten will, muß zuerst die Schlacken fortwerfen, die er durch die verschiedenartigsten Studien angesammelt hat.
Huang-Po, Der Geist des Zen

In den drei Pfeiler des Zen (Hrsg. Philip Kapleau) stehen Unterweisungen eines Zenmeisters.
Die letzte Unterweisung beschäftigt sich mit den angestrebten Zielen. Von der Art des angestrebten Ziels hängt die Übung ab, die man als Schüler zu gewiesen bekommt. Wobei angemerkt ist, das es keine bestimmte Übung gibt, die für alle passt.

Interessant, das ich auf meinem letzten Sesshin (das schon fast 10 Jahre zurück liegt) eine Übung aus der zweit niedrigsten Ebene von meinem Lehrer bekommen habe. Das passt.


Zur 4ten Ebene (die höchste) gehören diejenigen, die entschlossen sind, ihr Wahres Selbst zu erkennen. (Übung : Koan)

Meine Frage – Wodurch bekommen manche Menschen diese Entschlossenheit?

Zur 2ten Ebene gehören diejenigen, die den Wunsch haben, Zazen zu Üben, wegen ihrer körperlichen und geistigen Gesundheit. (Übung : Verfolgen der Atemzüge)
Zen und Yoga hat für mich sehr viel mit Reinigung zu tun. Wenn ich dann irgendwann mal „sauber“ bin, müßte ich dann nicht auch mein Wahres Selbst erkennen?

„Das Üben von Asanas befreit den Körper von Verunreinigungen. Es verleiht Kraft, Entschlossenheit, Ruhe und einen wachen Geist.“
B.K.S. Iyengar

Von Katzen lernen

Ich lerne mehr von Katzen als von Gurus. Victor Van Kooten

(im Vortrag bei ca. 28min)

Das groesste Geschenk meines Yogalehrer ist, zu Lernen nicht auf ihn zu hören, sondern auf mich selbst zu hören, auf meine Beduerfnisse zu hören. Victor Van Kooten

(im Vortrag bei ca. 9min:30sec)

Der Vortrag fängt ganz unscheinbar an. Dann erzählt Victor Van Kooten von seinen Erfahrungen mit B.K.S. Iyengar, über Krishnarmuti und was er von einer Katze lernen kann.

Vortrag : Victor Van Kooten and the Breathing Body.

http://www.ihanuman.com/features/victor-van-kooten-the-breathing-body/

Victor Van Kooten was born in Holland and began practicing yoga in 1966 with renowned teacher Dona Holleman. He moved to Pune, India to study with B.K.S. Iyengar and became one of the first certified Senior Advanced Iyengar teachers in the world. Following a traumatic experience that left him partially paralyzed, he became fascinated with […]

Bild von einem meiner Yoga Workshops.

Allerdings waren das unten auf dem Foto nicht meine Lehrer. Auf dem Bauernhof, wo ich immer unterkomme, gab es junge Kätzchen. Sehr zur Freude meines Sohnes.