Paradoxe Theorie der Veränderung

Auf einer Seite zum Thema Achtsamkeit ist mir die „Paradoxe Theorie der Veränderung“ begegnet.

Wir versuchen mit allen Mitteln etwas zu ändern oder zu bekommen. Und erst in dem Moment, in dem wir akzeptieren, das da nichts zu machen ist, geschieht Veränderung oder wir bekommen das Gewünschte.

Das erinnert mich an ein Erlebnis aus meiner Jugendzeit, das für mich eine Art Lektion für diese Paradoxe Theorie der Veränderung ist.

Mit einem Freund zusammen, hatte ich vor nach Italien zu trampen. Bis nach Füssen ging das auch sehr schnell. Zuerst hatten wir einen Porschefahrer der sehr schnell fuhr. Der zweite Fahrer, der uns mitnahm, fuhr ebenfalls schnell. Ich glaube wir hatten ca. 300 km in 2h zurückgelegt. Wir waren begeistert. Es war das erste Mal, das ich trampte.

Nun standen wir aber schon mehr als 2h an der Strasse und alle Autos fuhren vorbei. Es fand sich keine Mitfahrgelegenheit. Wir waren nun frustriert und entschlossen uns, zum nächsten Bahnhof zu gehen. Dort würden wir schauen, wie wir mit dem Zug weiter kommen würden.

Wir machten nur wenig Schritte die Strasse entlang, da kam ein kleines, fast winziges Auto. Das Auto war vollgepackt und hielt. Wir hatten gar nicht mehr unseren Daumen rausgestreckt. „Ich würde euch gerne ein Stück mitnehmen, aber ich glaube nicht, dass der Platz langt.“ Wir sagten, das wir unser Gepäck auf unseren Schoß nehmen und das wir uns ganz klein machen. Irgendwie schafften wir es, uns in dem winzigen Auto unter zu bringen. Beim Berg auf fahren hatten wir manchmal den Eindruck, das kleine Auto schafft es nicht – zuviel Gewicht. In einer langsamen und fast bedächtigen Fahrt kamen wir doch noch per Anhalter nach Italien.

Spannend finde ich auch die paradoxe Intervention:

Die paradoxe Intention (auch paradoxe Intervention) ist eine spezielle Form der therapeutischen Intervention, bei der der Klient aufgefordert wird, sein symptomatisches Verhalten nicht zu bekämpfen, sondern bewusst herbei zu führen und auszuüben.

siehe Wiki: http://de.wikipedia.org/wiki/Paradoxe_Intention

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Buchtip: Die Weisheit des Yoga

Ein Buch, das ich zur Zeit lese und das mir sehr gut gefällt:

Die Weisheit des Yoga: Auf der Suche nach einem freien, erfüllten und glücklichen Leben von Stephen Cope

Das Buch bringt dem Leser die Yoga Sutras des Patanjalis näher. Der Autor fragt, ob es sinnvoll ist, sich auf eine Lehre einzulassen, die ursprünglich für Wanderheilige und Mystiker gedacht war? Er bejaht diese Frage und schreibt:

Denn wenn wir Patanjalis Abhandlung auf das Wesentliche reduzieren, merken wir, dass sie im Kern ein paar einfache Lehren enthält: Prinzipien und Techniken, die buchstäblich jeder verstehen und praktizieren kann. Vielfach handelt es sich sogar um Prinzipien und Techniken, die wir anwenden können, während wir die Kinder füttern, die Wäsche waschen.

Das hört sich sehr viel versprechend an. Bisher hatte ich keinen Zugang zu den Sutras und bin jetzt auf seit 86 im 3ten Kapitel „Stille Verzweiflung“ in dem es um Dukha geht und einem geheimen Mantra: Dieser Augenblick müßte anders sein.

In dem 2ten Kapitel “Dem Geist auf die Spur kommen“  beschreibt er seinen Unterricht mit Meditationsanfängern und einem Mann namens Jake, der sich als Versager in dem Meditationskurs fühlt, da sein Geist ständig vom Gegenstand seiner Konzentration abschweift.  Der Autor beruhigt uns  und schreibt: das wir Zeuge unseres inneren Geschwätzes werden und durch Übung das beobachtende Selbst erkennen.

Im 1ten Kapitel wird Samvega erklärt. Samvega ist ein Entwicklungsstadium, in dem wir feststellen, das die Objekte unserer Begierde (Geld, schöne Dinge, Ruhm …..) uns keine wirkliche Befriedung schenken.

Am Anfang des Buches lernen wir Jake kennen,  einen Rechtsanwalt, der einen großen Fehler auf seiner Arbeit macht und dazu meint:  „Merkwürdigerweise schien es mir so, als hätte ich alles beinahe absichtlich herbeigeführt. Irgendwie mußte ich da raus“.  Er „bricht aus“  und seine Freunde halten ihn für klinisch depressiv.  Er dagegen fühlt sich zum ersten Mal in seinem Leben frei.

Ein Buch das sehr gut zu lesen ist und viele interessante Ansichten und Gedanken hat.

links :

Stehende Haltungen

Ein schönes Buch mit vielen Übungsideen ist Moving Toward Balance: 8 Weeks of Yoga with Rodney Yee.

Die erste Woche hat die Überschrift  „Being Present„ und wird mit einem Zitat eingeleitet :

It’s also helpful to realize that this body that we have, this very body that`s sitting here right now in this room, this very body that perhaps aches, and this mind that we have at this very moment, are exactly what we need to be fully human, fully awake, and fully alive.

Pema Chodron

Der Schwerpunkt der ersten Woche sind Stehende Haltungen.

In einem Yoga Workshop sollten wir überlegen, was die 5 wichtigsten Stehenden Haltungen sind und in welcher Reihenfolge sie geübt werden sollen.

Die Reihenfolge war anders als ich sie erwartet habe :

  • Utthita Trikonasana
  • Utthita Parsvakonasana
  • Virabhadrasana 1
  • Virabhadrasana 2
  • Parsvottanasana

Die Lehrerin sagte, wir sollen diese Abfolge mal einige Zeit regelmäßig üben.

Dies mache ich immer noch sehr gerne und fühle mich wohl damit.

Ich setze noch Vrksasana (Baum) an den Anfang und wenn ich danach noch 1-2 Drehhaltungen, eine Vorwärtsstreckung (z.Bsp. Janu Shirshasana), Setu Bandha Sarvangasana (zur Zeit gerne passiv, das Kreuzbein mit Klötzen unterstützt) und dann Savasana übe, ist dies für mich eine schöne, kleine Yogastunde.

Hier sind auch Bilder der oben genannten Haltungen zu finden: Witold Fitz-Simon’s practical guide to the mind/body path of yoga