Buchtip: Die Weisheit des Yoga

Ein Buch, das ich zur Zeit lese und das mir sehr gut gefällt:

Die Weisheit des Yoga: Auf der Suche nach einem freien, erfüllten und glücklichen Leben von Stephen Cope

Das Buch bringt dem Leser die Yoga Sutras des Patanjalis näher. Der Autor fragt, ob es sinnvoll ist, sich auf eine Lehre einzulassen, die ursprünglich für Wanderheilige und Mystiker gedacht war? Er bejaht diese Frage und schreibt:

Denn wenn wir Patanjalis Abhandlung auf das Wesentliche reduzieren, merken wir, dass sie im Kern ein paar einfache Lehren enthält: Prinzipien und Techniken, die buchstäblich jeder verstehen und praktizieren kann. Vielfach handelt es sich sogar um Prinzipien und Techniken, die wir anwenden können, während wir die Kinder füttern, die Wäsche waschen.

Das hört sich sehr viel versprechend an. Bisher hatte ich keinen Zugang zu den Sutras und bin jetzt auf seit 86 im 3ten Kapitel „Stille Verzweiflung“ in dem es um Dukha geht und einem geheimen Mantra: Dieser Augenblick müßte anders sein.

In dem 2ten Kapitel “Dem Geist auf die Spur kommen“  beschreibt er seinen Unterricht mit Meditationsanfängern und einem Mann namens Jake, der sich als Versager in dem Meditationskurs fühlt, da sein Geist ständig vom Gegenstand seiner Konzentration abschweift.  Der Autor beruhigt uns  und schreibt: das wir Zeuge unseres inneren Geschwätzes werden und durch Übung das beobachtende Selbst erkennen.

Im 1ten Kapitel wird Samvega erklärt. Samvega ist ein Entwicklungsstadium, in dem wir feststellen, das die Objekte unserer Begierde (Geld, schöne Dinge, Ruhm …..) uns keine wirkliche Befriedung schenken.

Am Anfang des Buches lernen wir Jake kennen,  einen Rechtsanwalt, der einen großen Fehler auf seiner Arbeit macht und dazu meint:  „Merkwürdigerweise schien es mir so, als hätte ich alles beinahe absichtlich herbeigeführt. Irgendwie mußte ich da raus“.  Er „bricht aus“  und seine Freunde halten ihn für klinisch depressiv.  Er dagegen fühlt sich zum ersten Mal in seinem Leben frei.

Ein Buch das sehr gut zu lesen ist und viele interessante Ansichten und Gedanken hat.

links :

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Patanjali – sauber machen

Beim Durchblättern meiner Unterlagen, bleibe ich heute bei dem YS II,28 hängen :

Die Yogaübung reinigt Körper und Geist von allen Unreinheiten. Dann erstrahlen Intelligenz und Weisheit, die im Einklang mit dem Körper, den Gefühlen, den Gedanken, dem Verstand und dem Bewusstsein stehen.

David Frawley schreibt in seinem Buch, Yoga für jeden Typ:

Negative Erfahrungen wie Furcht und Wut setzen sich im Nervengewebe, in den Knochen, im Unbewussten fest. Asanas können solche aufgestauten Spannungen aus vergangenen Erlebnissen lösen.

Ich glaube auch daran, das sich über die Jahre der “fall out” von emotionalen Erfahrungen und körperlichen Stress in verschiedenen Teilen des Körpers (Schulter, Nacken, Hüftgelenke …….) sammelt und das Yoga hilft, das wieder zu lösen.

Yogaüben und Zen hat für mich viel mit Klarheit zu tun, dem Gegenteil von Trübheit und Verwirrung.

Ähnliche Gedanken finden sich auch in meinem “BewegGrund” wieder.

Ein BewegGrund

Wer auf dem Wege fortschreiten will, muß zuerst die Schlacken fortwerfen, die er durch die verschiedenartigsten Studien angesammelt hat.
Huang-Po, Der Geist des Zen

In den drei Pfeiler des Zen (Hrsg. Philip Kapleau) stehen Unterweisungen eines Zenmeisters.
Die letzte Unterweisung beschäftigt sich mit den angestrebten Zielen. Von der Art des angestrebten Ziels hängt die Übung ab, die man als Schüler zu gewiesen bekommt. Wobei angemerkt ist, das es keine bestimmte Übung gibt, die für alle passt.

Interessant, das ich auf meinem letzten Sesshin (das schon fast 10 Jahre zurück liegt) eine Übung aus der zweit niedrigsten Ebene von meinem Lehrer bekommen habe. Das passt.


Zur 4ten Ebene (die höchste) gehören diejenigen, die entschlossen sind, ihr Wahres Selbst zu erkennen. (Übung : Koan)

Meine Frage – Wodurch bekommen manche Menschen diese Entschlossenheit?

Zur 2ten Ebene gehören diejenigen, die den Wunsch haben, Zazen zu Üben, wegen ihrer körperlichen und geistigen Gesundheit. (Übung : Verfolgen der Atemzüge)
Zen und Yoga hat für mich sehr viel mit Reinigung zu tun. Wenn ich dann irgendwann mal „sauber“ bin, müßte ich dann nicht auch mein Wahres Selbst erkennen?

„Das Üben von Asanas befreit den Körper von Verunreinigungen. Es verleiht Kraft, Entschlossenheit, Ruhe und einen wachen Geist.“
B.K.S. Iyengar

Wenn ich Richies iPhone hätte ……

dann wäre ich ein großartiger Wissenschaftler. Oder wenigsten ein toller Mensch.

Dies ist aus dem Vortrag von John Dunne :

Zen Brain part 2 of 11 – Selflessness and Experience

John Dunne focuses on the history of selflessness in Buddhism while covering various Buddhist philosophies such as the Abidharma, Nargarjuna and Yogacara. John weaves in entertaining anecdotes as he explores the self as object, and later as subject.

Ich bin begeistert von den Upaya Dharma Podcasts (http://www.upaya.org/dharma/) und höre sie zur Zeit sehr gerne beim Autofahren. Es wird viel gelacht und diese Vorträge habe oft eine sehr schöne Stimmung.

Bei Zen Brain geht es unter anderem über Konzepte die wir uns über die Wirklichkeit machen. Was ist real ? Wo bringen diese Konzepte Verwirrung und Durcheinander ?