Wenn die Ausrichtung stimmt ……

.. kommt Leichtigkeit in die Haltung. Dabei hilft mir die Detailarbeit in den Asanas.

Bewege deine Schulterblätter in Richtung deiner Hände. Es ist in Adho Mukha Svanasana. Einige Wochen später, ich bin wieder in Adho Mukha Svanasana, eine anderer Lehrer und eine andere Anweisung. Bewege deine Schulterblätter in Richtung Becken, weg von den Ohren.

Was ist nun richtig?

Ein Lehrer den ich fragte, sagte: es ist eine Frage, Anfänger oder Fortgeschrittene und demonstrierte verschiedene Möglichkeiten, wie ich die Schulterblätter in Adho Mukha Svanasana bewegen kann.

Mir gefällt das, was Kira Ryder in einem ihrem Videos sagt und das ich für mich so übersetze: Es besteht die Gefahr, das wir die Details so nehmen, als wären sie die „Wahrheit“. Mit bestimmten Details zu Üben ist einfach nur eine Technik unsere Aufmerksamkeit zu richten und etwas besser zu verstehen. Details kommen in Mode und sind dann auch wieder out. Manche Details mögen nicht bei Dir funktionieren, dir nicht weiterhelfen, aber die Auseinandersetzung damit kann sehr wertvoll sein.

Eine schöne Sequenz (in englischer Sprache) um etwas mehr Leichtigkeit in Haltungen wie Kopfstand, Handstand, Unterarmstand ….. zu bekommen. Hier die ersten drei Teile:

Erster Teil: Impressing the Heart

Zweiter Teil: Rotation and a Bigger Bust

Dritter Teil: Even Cowgirls Get the Blues (aka Hitchhiking Dolphin)



Lernen und Intention

In meinem Herbsturlaub nehme ich mir Zeit, einige der Sachen zu lesen, die ich mir aus dem Internet abgespeichert habe. Zu schnell verliere ich mich Online in der Vielfalt und in der Informationsfülle.

Ein Thema, das mich schon lange Zeit beschäftigt, ist Lernen. Zum einen gibt es das Zitat von Franz Wurm, das ich schon seit Jahren nicht aus den Augen verloren habe :

Lernen genügt sich selbst. Es ist ein Prozeß, wie leben.
Wohin, wozu es führt, stellt sich von selbst heraus, ist während des Prozesses nicht abzusehen. Franz Wurm

Andere Aspekte des Lernens zeigt der Artikel – Iyengar-Yoga, ein Adhyatmik Sastra von Prashant Iyengar – auf. Er schreibt, welche Rolle die Intention beim Yoga Üben spielt. Wenn wir Trikonasana üben, um den Tonus in den Beinmuskeln, um die Fuß-, Knie- und Hüftgelenke zu verbessern, dann werden da nur starke Beine herauskommen.

Wohin kann uns das Üben von Asana und Pranayama führen ?

Hilfsmittel

Hilfsmittel können dem Übenden eine Kostprobe davon geben, was es heißt sich in einer Stellung wohl zu fühlen, die Stellung zu genießen.

Es kann “passiv” geübt werden. Dies ist regenerierend und beruhigt den Geist.

In der Regel ist eine ausgewogene Kombination von aktiver und passiver Praxis wichtig.

Hilfsmittel können aufzeigen, wie sich eine richtig vollzogene Stellung anfühlt. Es ist dann eine Vorbereitung, ein Schritt auf dem Weg, das der Übende die Haltung auch dann korrekt einnehmen kann, wenn es keine Hilfsmittel mehr gibt.

Sehr wertvoll ist der Einsatz von Hilfsmittel für Menschen, die eine bestimmte Haltung einnehmen möchten, aber aufgrund von Gleichgewichtsproblemen, Ängsten oder anderer Behinderungen dies nicht so ohne weiteres können.

Ich setze gerne Hilfmittel ein, wobei es auch gerne Gegenstände des Alltags sein dürfen, wie Bücher, Küchenstuhl, Tisch, Wand ……

Ardha Uttanasana mit Fahrrad

Einsatz verschiedener Hilfsmittel im Yoga

Paradoxe Theorie der Veränderung

Auf einer Seite zum Thema Achtsamkeit ist mir die „Paradoxe Theorie der Veränderung“ begegnet.

Wir versuchen mit allen Mitteln etwas zu ändern oder zu bekommen. Und erst in dem Moment, in dem wir akzeptieren, das da nichts zu machen ist, geschieht Veränderung oder wir bekommen das Gewünschte.

Das erinnert mich an ein Erlebnis aus meiner Jugendzeit, das für mich eine Art Lektion für diese Paradoxe Theorie der Veränderung ist.

Mit einem Freund zusammen, hatte ich vor nach Italien zu trampen. Bis nach Füssen ging das auch sehr schnell. Zuerst hatten wir einen Porschefahrer der sehr schnell fuhr. Der zweite Fahrer, der uns mitnahm, fuhr ebenfalls schnell. Ich glaube wir hatten ca. 300 km in 2h zurückgelegt. Wir waren begeistert. Es war das erste Mal, das ich trampte.

Nun standen wir aber schon mehr als 2h an der Strasse und alle Autos fuhren vorbei. Es fand sich keine Mitfahrgelegenheit. Wir waren nun frustriert und entschlossen uns, zum nächsten Bahnhof zu gehen. Dort würden wir schauen, wie wir mit dem Zug weiter kommen würden.

Wir machten nur wenig Schritte die Strasse entlang, da kam ein kleines, fast winziges Auto. Das Auto war vollgepackt und hielt. Wir hatten gar nicht mehr unseren Daumen rausgestreckt. „Ich würde euch gerne ein Stück mitnehmen, aber ich glaube nicht, dass der Platz langt.“ Wir sagten, das wir unser Gepäck auf unseren Schoß nehmen und das wir uns ganz klein machen. Irgendwie schafften wir es, uns in dem winzigen Auto unter zu bringen. Beim Berg auf fahren hatten wir manchmal den Eindruck, das kleine Auto schafft es nicht – zuviel Gewicht. In einer langsamen und fast bedächtigen Fahrt kamen wir doch noch per Anhalter nach Italien.

Spannend finde ich auch die paradoxe Intervention:

Die paradoxe Intention (auch paradoxe Intervention) ist eine spezielle Form der therapeutischen Intervention, bei der der Klient aufgefordert wird, sein symptomatisches Verhalten nicht zu bekämpfen, sondern bewusst herbei zu führen und auszuüben.

siehe Wiki: http://de.wikipedia.org/wiki/Paradoxe_Intention

Buchtip: Die Weisheit des Yoga

Ein Buch, das ich zur Zeit lese und das mir sehr gut gefällt:

Die Weisheit des Yoga: Auf der Suche nach einem freien, erfüllten und glücklichen Leben von Stephen Cope

Das Buch bringt dem Leser die Yoga Sutras des Patanjalis näher. Der Autor fragt, ob es sinnvoll ist, sich auf eine Lehre einzulassen, die ursprünglich für Wanderheilige und Mystiker gedacht war? Er bejaht diese Frage und schreibt:

Denn wenn wir Patanjalis Abhandlung auf das Wesentliche reduzieren, merken wir, dass sie im Kern ein paar einfache Lehren enthält: Prinzipien und Techniken, die buchstäblich jeder verstehen und praktizieren kann. Vielfach handelt es sich sogar um Prinzipien und Techniken, die wir anwenden können, während wir die Kinder füttern, die Wäsche waschen.

Das hört sich sehr viel versprechend an. Bisher hatte ich keinen Zugang zu den Sutras und bin jetzt auf seit 86 im 3ten Kapitel „Stille Verzweiflung“ in dem es um Dukha geht und einem geheimen Mantra: Dieser Augenblick müßte anders sein.

In dem 2ten Kapitel “Dem Geist auf die Spur kommen“  beschreibt er seinen Unterricht mit Meditationsanfängern und einem Mann namens Jake, der sich als Versager in dem Meditationskurs fühlt, da sein Geist ständig vom Gegenstand seiner Konzentration abschweift.  Der Autor beruhigt uns  und schreibt: das wir Zeuge unseres inneren Geschwätzes werden und durch Übung das beobachtende Selbst erkennen.

Im 1ten Kapitel wird Samvega erklärt. Samvega ist ein Entwicklungsstadium, in dem wir feststellen, das die Objekte unserer Begierde (Geld, schöne Dinge, Ruhm …..) uns keine wirkliche Befriedung schenken.

Am Anfang des Buches lernen wir Jake kennen,  einen Rechtsanwalt, der einen großen Fehler auf seiner Arbeit macht und dazu meint:  „Merkwürdigerweise schien es mir so, als hätte ich alles beinahe absichtlich herbeigeführt. Irgendwie mußte ich da raus“.  Er „bricht aus“  und seine Freunde halten ihn für klinisch depressiv.  Er dagegen fühlt sich zum ersten Mal in seinem Leben frei.

Ein Buch das sehr gut zu lesen ist und viele interessante Ansichten und Gedanken hat.

links :

Stehende Haltungen

Ein schönes Buch mit vielen Übungsideen ist Moving Toward Balance: 8 Weeks of Yoga with Rodney Yee.

Die erste Woche hat die Überschrift  „Being Present„ und wird mit einem Zitat eingeleitet :

It’s also helpful to realize that this body that we have, this very body that`s sitting here right now in this room, this very body that perhaps aches, and this mind that we have at this very moment, are exactly what we need to be fully human, fully awake, and fully alive.

Pema Chodron

Der Schwerpunkt der ersten Woche sind Stehende Haltungen.

In einem Yoga Workshop sollten wir überlegen, was die 5 wichtigsten Stehenden Haltungen sind und in welcher Reihenfolge sie geübt werden sollen.

Die Reihenfolge war anders als ich sie erwartet habe :

  • Utthita Trikonasana
  • Utthita Parsvakonasana
  • Virabhadrasana 1
  • Virabhadrasana 2
  • Parsvottanasana

Die Lehrerin sagte, wir sollen diese Abfolge mal einige Zeit regelmäßig üben.

Dies mache ich immer noch sehr gerne und fühle mich wohl damit.

Ich setze noch Vrksasana (Baum) an den Anfang und wenn ich danach noch 1-2 Drehhaltungen, eine Vorwärtsstreckung (z.Bsp. Janu Shirshasana), Setu Bandha Sarvangasana (zur Zeit gerne passiv, das Kreuzbein mit Klötzen unterstützt) und dann Savasana übe, ist dies für mich eine schöne, kleine Yogastunde.

Hier sind auch Bilder der oben genannten Haltungen zu finden: Witold Fitz-Simon’s practical guide to the mind/body path of yoga

Opening to Hanumanasana

Der Weg ist das Ziel.                Konfuzius

.. allowed him to do the impossible, and this is the lesson of Hanuman: Power comes from devotion

Aadil Palkhivala (Asana Column Hanumanasana)

Immer wieder entdecke ich Yogafilme im Netz, die ich ganz toll finde.

Meine neuste Entdeckung zeigt eine nette Sequenz um Hanumanasana vorzubereiten.

Die „Arbeit“ im Ausfallschritt ist sehr schön und erinnert mich an einen workshop letzten Oktober.

In der Einführung sagte die Lehrerin: Ein wichtiges Ziel im Yoga ist, im Inneren mehr Raum schaffen.

Hanumanasana übten wir auch in diesem workshop. Zwei Klötze für die Hände und eine dicke Rolle für den Oberschenkel halfen, uns vorsichtig an diese Haltung heranzutasten.